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seit 1992

buch blaettert

RIGAN

 

Titel Rigan150

 

Rock’n’Roll und Sex und keine Lügen
von
Richard Rigan

ISBN 9783930968107
(ISBN alt: 393096810X)
Format 13 x 21 cm, engl. Broschur, 182 Seiten
14,- Euro

“Sex and Rock’n’Roll? - andere reden nur davon, Richard Rigans Leben beruht darauf. (...) Er erzählt aus seinem Musiker-Leben, von Höhen, Tiefen, seiner eigenen Bühne, dem einst berühmten Münchner Rigan-Club, und dem reichen Schatz erotischer Erlebnisse mit Groupies und anderen Mädels. (...) Doch der Chef der Richard Rigan Band und der gleichnamigen Show hat mehr in petto als puren Sex: Schreibt er doch - in sehr direkter Sprache - über sein ganzes Leben, das wahrlich voller Erlebnisse steckt, die der Normalbürger höchstens aus dem Fernsehen kennt. (...) Am faszinierendsten an all diesen Geschichten ist aber eines: mit Richard Rigan die andere Nachkriegsgeschichte Deutschlands und die Tücken des Musik-Business zu entdecken.” (Judith Becker, Abendzeitung München)

“Der Rock’n’Roll-Fetzer Richard Rigan.” (Bravo)

“Rock-Rigan ist Münchens Nachtclub-Lokomotive.” (Michael Graeter, Abendzeitung)

“Seine Stimme macht die Mädchen verrückt.” (Neue Revue)

“Wenn Richard röhrt, geht die Post ab.” (Stern)

“Sexy Lady Amanda Lear heizte Lead-Sänger Richard Rigan kräftig ein... Leif Garrett sprang zu Rigan spontan auf die Bühne... Panik-Udo Lindenberg ließ es sich nicht nehmen, bei Rigan einzusteigen. Er setzte sich ans Schlagzeug und fetzte mit der Band los... Suzie Quattro rockte mit...” (Bunte)

Richi Rigan ist ein Schwabinger Original und einer der letzten Rock’n’Roller in München. Seinem Idol Elvis Presley huldigt der 1945 als Richard Winter geborene Musiker ungehemmt und mit vollem Einsatz. Regelmäßig tritt er mit seiner Band in den Clubs der Stadt auf. Vor einiger Zeit erschien die erste Biografie des Münchner Musikers, an dem die Zeit anscheinend spurlos vorüber gezogen ist. Der Buchtitel: “Rock’n’Roll und Sex und keine Lügen”. (Bayrischer Rundfunk, Pressestelle, BR-online)

 

Richard Rigan:
Rock'n'Roll und Sex und keine Lügen
von Michael Sailer

Früher, da war Schwabing das Land der Rock-'n'-Roll-Rebellen. Da weste der Geist von King Elvis in den Kellergewölben, stieg auf die Kleinbühnen, verbreitete sich, um schließlich wie ein Orkan hineinzufahren in die, ähem, Stehausschänke, und löste mit seiner unwiderstehlichen Botschaft (»Rock around the clock!«) einen juvenilen Aufstand aus, der sich im zerschlagenen Mobiliar des UFA-Kinos manifestierte. Da wurde mancher Held der Großstadt geboren, und der größte davon war zweifellos der »Elvis von Schwabing« - Richard Rigan.

Weil sich kaum mehr einer daran erinnert, was da in den späten 50er Jahren losbrach, um 30 Jahre später zwischen BRAVO-Disco und den biergetränkten Sitzbänken des seligen »Rigan Club« zu versickern, hat unser Richie sich auf seine schwingenden Hüften gesetzt (»mein Schenkelzittern macht mir noch heute kaum einer nach«) und eine Lebensgeschichte der Episoden und Eskapaden verfasst, die sich im wesentlichen um das dreht, was im Titel steht: »Rock'n'Roll und Sex und keine Lügen«. Von der Schulzeit in der Türkenstraße an wollte der wilde Richie nämlich vor allem zwei Dinge: rocken wie der King und flachlegen, was zwei Beine und keinen Bart hat. So folgt ihm der Leser staunend, belustigt, manchmal auch nach-, äh, -sichtig von Bett zu Bühne, Stadt zu Stadt und Katastrophe zu Katastrophe. Die schier unerschöpfliche Serie von Triumphen und Reinfällen, garniert mit brustgeschwelltem Namedropping im Trommelwirbel-Stakkato, lässt eigentlich nur eine Frage offen: Wieso ist Richard, ist der »Rigan Clan« nie ganz groß geworden? Spätestens nach der Lektüre von Richies Ansichten über, sagen wir mal, »Pop-Theorie« könnte man ihm das durchaus beantworten. Aber das wollen wir mal lassen, Besserwisserei verbietet sich bei Legenden.

Was dem Buch seinen eigenartigen Reiz verleiht, ist die Kontrast-Mischung aus schier unglaublichen Ausschweifungs-Anekdoten, spießiger Herzogstraßen-Biedermeierei und Anflügen einer seltsam verstockten Renitenz (beim Bund lerne man »Rauchen, Saufen, Töten, Wichsen«, »ungesund ist der Medienrummel, der uns abhängig und zu Konsumidioten machen will«, und »der Papst ist nach meiner Meinung der Chef einer kriminellen Vereinigung«) - einer Renitenz, die uns intellektuellen Weltdenkern immer fremd bleiben wird und die schon die Leute von 68 zur Verzweiflung trieb. Zum Glück für den Leser überwiegen die Anekdoten von »Bahnhof-Helli, Ami-Joe, Tornado-Willi« und unzähligen Frauen, von denen Richie, »als unterläge ich einem Zwang, immer die größte Sau oder übelste Schlampe« abkriegte, - das alles in liebenswert unbedarftem, an der Grenze der Aufschneiderei noch pokerfacigem Schwabingerdeutsch: »Beim Würfeln hatte ich siebzig Cognac mit Fanta getrunken, ob ihr's glaubt oder nicht. Aber ich war nicht prall. (...) Das Zimmer drehte sich um mich, wirbelte wie ein Hurricane. Gerade als sich ihre köstlichen Schamlippen öffneten und ich in sie eindringen wollte, kam es über mich. Aus allen Körperöffnungen gleichzeitig ergossen sich Ströme von Blut, Kotze und Scheiße. Das ganze Zimmer war ruiniert. Diese Nacht ist die einzige, für die ich mich noch heute schäme.« Da wird selbst der Buk-Kenner blass. Und weil Richie das alles so entwaffnend schön erzählen kann, wollen wir auch auf kleinen Fehlerchen nicht lange rumreiten. Zum Beispiel: »Jede Band, die mir die Garderobe mit Marihuana verpestete, flog raus.« Das weiß ich nämlich besser.

Zur Person:
Richard Rigan, der als Neffe des legendären Zigeunermusikers Nipso Brandner musikalisch vorbelastet in der Münchner Maxvorstadt zur Welt kam, hat sein ererbtes Talent auf seine Weise genutzt. Vollblutmusiker ist auch er und rockt sich durch die Szene, und mit schier unglaublicher Furchtlosigkeit und Neugier stürzt sich Rigan in manchmal lebensgefährliche Abenteuer. Wo andere schon längst den Schwanz eingezogen hätten, will er es immer noch genauer wissen. Im Gegensatz zu vielen seiner Berufskollegen, die der Suff, die Drogen und der unstete Lebenswandel frühzeitig dahingerafft haben, steht er heute gut da. Mit seiner Rock’n’Roll-Show ist er ständig ausgebucht. Denn: “Wenn ich komme, dann gibt es einen nicht vorher kalkulierbaren Spaß ...”

(geschrieben irgendwann Ende der Neunziger für die Münchner Ausgabe der Zeitschrift PRINZ,
dort auch gedruckt.)

 

 

tz wochenende, 5./6. April 2008:

Was macht eigentlich Richard Rigan?
Der “Elvis von Schwabing” feiert dieser Tage seinen 63. Geburtstag
von Stefan Alsbach

Er führt ein bewegtes Leben. Richard Rigan wird diesen Monat 63 und steht als Sänger noch immer auf der Bühne, die ihm die Welt bedeutet. “Ich habe rund 80 Live-Auftritte mit Band pro Jahr, bei Firmenfeiern, Open-Airs, Motorrad-Festivals, auch zum 60. Geburtstag von treuen Fans oder sogar zur Scheidung. Ja, auch zur Scheidung. Die Leute sagen: Mensch, Richard, du hast bei unserer Hochzeit gespielt, jetzt wollen wir dich auch noch mal zum Abschied, denn du warst immer unser Favorit.”

Richard Rigan war der Favorit einer ganzen Generation. Für viele war er der Rock’n’Roller der ersten Stunde, der Elvis von Schwabing. “Zu diesem Spitznamen bin ich gekommen, als man nach Elvis’ Tod im Jahre 1977 ein Memorial-Konzert veranstaltet hat. Ich sollte Elvis imitieren. Natürlich hatte ich ihn drauf, seine Bewegungen, seine Stimme und damals habe ich Elvis auch noch ähnlich gesehen”, erzählt Rigan. “Das Konzert war ein voller Erfolg, es kamen über 2000 Leute. Und seither bin ich der Elvis von Schwabing.”

Auch heute noch tritt Richard Rigan in Schwabing auf. An jedem zweiten Donnerstag im Monat singt er mit einem Pianisten im Alfonso’s Live Music Club in der Franzstraße. “Wir spielen alte Rock’n’Roll-Klassiker, aber auch Chansons und Schlager. Das mach ich für mich, zum Spaß, nicht für Geld. Denn die große Zeit der Live-Clubs ist in München vorbei.”

Vermutlich keiner weiß das besser als Richard. Von 1973 bis 1986 führte er selbst seinen Rigan-Club, zuerst bis 1978 in Dachau, dann acht Jahre in der Apianstraße in Schwabing. “Ich habe über die Zeit ein Buch geschrieben. Es heißt: ROCK’N’ROLL und Sex und keine Lügen. Und manchmal denke ich, ich sollte wieder einen Live-Club aufmachen. Aber man kann eine Sache nicht wiederholen. Und man kann auch die Zeit nicht zurückdrehen. Ich will das auch gar nicht.”

Es geht ihm gut, dem Richard Rigan. “Ich bin fit, gehe einmal pro Woche Schwimmen ins Cosima-Bad und jeden Sonntag zu Chuck Herrmann in die Max-Emanuel-Brauerei in der Adalbertstraße zum Rock’n’Roll-Tanzen. Das ist das beste Fitnesstraining.”

Wohnen tut der King allerdings nicht mehr in Schwabing, sondern in Zamdorf. “Da habe ich eine nette Zwei-Zimmer-Wohnung, das reicht, da meine Freundin Monika eine eigene Wohnung hat. Ich denke, jeder hat seine Eigenheiten und jeder braucht auch seine Zeit für sich. Ich zum Beispiel stehe früh auf, mache dann erst meine Büroarbeit, also die Konzertanfragen und so weiter, und dann frühstücke ich erst so gegen 11 Uhr. Für meine Freundin wäre das nichts.” Seit 13 Jahren sind sie jetzt ein Paar, aber vom Zusammenziehen hält er nichts. “Am Ende gibt es dann noch abends Streit, wer Chef über die Fernbedienung ist. Das wäre mir dann doch viel zu spießig.”
Und der King von Schwabing ist alles, nur das nicht...

Zur Person:
Richard Rigan wurde am 13. April 1945 in Politschka, Tschechien, geboren. “Mein Vater Oswald Winter war Zigeuner,” sagt Rigan. Seine Mutter Helena war Polin, beide waren auf der Flucht vor Nazis und Roter Armee. Bis 1953 lebte die Familie in einem Auffanglager in Eggenfelden, zog dann nach Schwabing. Richard spielte mit seiner Rock’n’Roll-Band Demoniacs von 1963 bis 1969 in unzähligen Live-Clubs, bevor er dann seinen eigenen Rigan-Club eröffnete. Zu buchen ist Richard Rigan per E-Mail unter info@rigan.de

STEFAN ALSBACH (tz, München)

 

 

 

Richard Rigan, mit bürgerlichem Namen Richard Winter, Jahrgang 1945, ist gelernter Kaufmann und macht seit seinem zwölften Lebensjahr Musik. Er gründete die Band “The Twilight Five”, später den “Rigan Clan” zunächst mit Soul und Funk, dann mit Rock & Roll Revival. Er gründete den “Rigan Club” in Dachau und in München. Als Leiter der “Richard Rigan Band” und “Elvis von Schwabing” lebt er in München.
Regelmäßige Auftritte hat er im Münchner Fasching anlässlich der Weißen Feste in der Max-Emanuel-Brauerei und in der 68er Kultkneipe Rheinpfalz in München-Schwabing.

Weitere Informationen bei Richard Rigan himself.

 

 

Auszug aus dem Buch:

Richard Rigan
Rock’n’Roll und Sex und keine Lügen
© 1997 Lotsch Verlag
Alle Rechte vorbehalten

Redaktion: Evelyn Calderwood / Joachim Lotsch
Schlussredaktion: Manfredo Jander
Umschlaggestaltung: Marcella Ratajczyk, unter Verwendung eines Fotos von Klaus Kindermann
Photographien im Innenteil:
Seite 81 oben: privat; Seite 81 unten: Joachim Lotsch;
Seite 82 und 83: mit freundlicher Genehmigung von Bernd Schuler;
Seiten 84 bis 95: privat; Seite 96: Klaus Kindermann / Joachim Lotsch
Reproduktion und Lithographie: Klaus Kindermann
Druck und Bindung: Kastner, Wolnzach
Verlag Joachim Lotsch, Allershausen

 

 

Vorwort

Als Richard Rigan sein Manuskript ankündigte, war ich skeptisch. Dass er Musik machen kann, dass er phantastisch auf der Bühne ist, wusste ich - , aber schreiben? An einem Sonntagmorgen begann ich zu lesen. Hat der Mann viel erlebt! Die Lektüre machte einfach Spaß. Obwohl bestimmt nicht alles lustig war, was er berichtet, verbreitet er auch schreibend gute Laune - trotz aller Lebenskrisen, persönlicher Katastrophen, Pannen und Pleiten. Wie er mit allen Widrigkeiten fertig wurde, wie er sie mit Phantasie und Mut überwunden hat, er hat es aufgeschrieben, und ich glaube ihm jedes Wort. So war das eben. Er jammert nicht, er klagt nicht. Ein Lebenskünstler, mit eisernem Überlebenswillen. Ich musste mich fragen, ob ich mich als Frau überhaupt dafür begeistern darf, wenn meinesgleichen weitgehend als Sex- und Lustobjekt Erwähnung findet. Es geht! Die Zeit, die er beschreibt, die Kreise, in denen er, der Rock’n’Roller, sich bewegt hat, waren eben so. Nirgends finde ich ihn gewalttätig oder demütigend. Was sich ihm geboten hat, hat er genommen, soll ich ihm das vorwerfen? Das tun wir doch alle, so gut wir können. Jedenfalls, wenn er mir in unserer Schwabinger Stammkneipe begegnet, mich auf die Wange küsst, mir den Hintern tätschelt (für mich keineswegs die übliche Begrüßungsform), spüre ich, obwohl glücklich in festen Händen, das berühmte Kribbeln im Bauch. Richard Rigan - einfach klasse, der Mann.

Evelyn Calderwood

 

 

 

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