LOTSCH
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seit 1992

buch blaettert

Crème
Bavaroise

 

Titel CremeB

 

Crème Bavaroise
(Überbayern)
Roman
von
Helmut Reuter

ISBN 9783930968114
(ISBN alt: 3930968118)
Format 13 x 18 cm, broschiert, 224 Seiten
14,- Euro

 

“Spritziger Krimi mit Münchner Lokalkolorit.” (Gabriella Lorenz, Abendzeitung, München)

“Delikate Speise zubereitet! Völlig unvorhergesehen wird der Taxifahrer Christian Bauer, als er sich den Wagen seines Freundes Frank Ziegler ausleiht, das Opfer eines, wenn auch misslungenen Sprengstoffanschlags. Kurz danach wird er - genauso unvorhergesehen - Zeuge eines Mordes. Wieder ist Ziegler mit verwickelt: die Ermordete war seine Frau. Weil man möglichst schnell einen Täter überführen möchte, wird Bauer zum Haupttatverdächtigen. Doch dieser will seine Unschuld beweisen und ist entschlossen, den wahren Mörder zu finden. Je weiter er vordringt, wird aus dem Jäger erneut ein Gejagter, der zum Schweigen gebracht werden soll.” (Roland Weiss, Münchner Merkur)

“Einer der intelligensten Kriminalromane unserer Zeit.” (jlo, Laubacher Feuilleton)

 

 

Auszug:

“Abgemacht”, sagte Bauer. Erst als er auf der Straße stand, machte er sich klar, dass er einen Flirt mit einer Frau begonnen hatte, von der er allenfalls sagen konnte, dass sie eine angenehme Stimme hatte. Ein warmes Lächeln, grünliche Augen, blonder Wuschelkopf fielen ihm ein, als er ihren Anblick zu rekonstruieren versuchte. Ob sie im Sinne seiner privaten Klischees überhaupt gut aussah, kriegte er schon nicht mehr auf die Reihe, und auch ihr Alter vermochte er sich nicht recht vorzustellen. Vor der Tür zu Zieglers Büro drehte er sich noch einmal um, aber von dem Taxi war nur noch eine kleine blaue Wolke Dieselrauch zu sehen.

Zieglers Consulting-Firma für Bauvorhaben residierte in einem ziemlich vergammelten Bau aus der Zeit der Jahrhundertwende, der aus kaum mehr nachvollziehbaren Gründen im Stil eines bescheidenen Renaissance-Schlösschens errichtet worden war. Fensterstöcke und Türen hätten vermutlich schon vor zwei Generationen neu gestrichen werden müssen, der Putz blätterte in regellosen Mustern von den Wänden, und da und dort zeigten die sattschwarzen Verfärbungen von Mauerschwamm, dass das Leben selbst vor nichts zurückschreckte. Bauer klingelte und nahm sich vor, Frank Ziegler bei Gelegenheit zu fragen, wie seine hochkarätigen Auftraggeber mit so demonstrativer Nachlässigkeit in Baufragen zurechtkamen, als sich die Tür öffnete. Ein bulliger Typ, schon einiges über dreißig, mit Stirnglatze und Muskelpaketen, die sein T-Shirt in den Nähten ächzen ließen, fragte barsch: “Was wollen Sie”

“Ich weiß nicht, warum ich diese Frage ausgerechnet Ihnen beantworten soll”, sagte Bauer, bei dem militante Umgangsformen - oft gegen seinen Willen - eine gewisse Aufsässigkeit auslösten, “dazu müssten Sie mir erstmal sagen, wer Sie sind und mit welchem Recht Sie das wissen wollen. Frank, also Ziegler, ist nicht da - ich habe gerade vorhin mit ihm telefoniert - und so werde ich Herrn Werdenfels sagen, was ich will! Mein Name ist Bauer. Christian Bauer.”

“Ich geh’ mal fragen”, knurrte der Bullterrier-Imitator in Zieglers Diensten unlustig. Bauer sah ihm fasziniert nach. Weniger wegen des breitbeinigen Gangs, der von zu vielen Muskeln an den Oberschenkeln herrühren mochte oder auch von vollen Hosen, das wagte er nicht zu beurteilen, sondern wegen der Pistole, die schräg und irgendwie verloren am breiten Rücken des Herrn im Hosenbund steckte. Ein neuer Ingenieur war er offenbar nicht - aber wozu brauchte Ziegler einen Gorilla? Und wenn er schon glaubte, sich beschützen lassen zu müssen, warum ließ er ihn dann Empfangsdame spielen, anstatt ihn überall mitzunehmen, wo er vermutlich gefährdeter war als ausgerechnet in seinem Büro?

 

 

Helmut Reuter, Jahrgang 1944, studierte Politikwissenschaft und Philosophie. Als Schriftsteller und Übersetzer aus dem Französischen lebt er im bayerischen Berg bei Rechtmehring.

 

 

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