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buch blaettert

Vor 100 Jahren

 

Titel Vor100J

 

Vor 100 Jahren, als ich fünf war ...
Erinnerungen - und Rat für Menschen, die es zu etwas bringen wollen
von
Friedo Kurztisch
(1892 - 2000)

 

ISBN 9783930968084
(ISBN alt: 3930968088)
Format 13 x 21 cm, engl. Broschur, 176 Seiten
14,- Euro

 

»Zugleich weise und kurzweilig schildert Friedo Kurztisch sein Leben über ein Jahrhundert hinweg. Nach dem 1. Weltkrieg, dem spanischen Bürgerkrieg und dem 2. Weltkrieg stand er jeweils vor dem Nichts, - und er ließ sich nicht entmutigen. Mit Einfalls- und Erfindungsreichtum kam er immer wieder zu einem gewissen Wohlstand. Dem Leser vermittelt er überzeugend, dass man niemals aufgeben soll, auch wenn die Umstände schwierig und die Hindernisse unüberwindlich erscheinen.« (cs, Hamburger Morgenpost)

 

 

Vorwort des Autors:

Kluge, zielstrebige und erfolgreiche Menschen sagen, dass man zu einem erfüllten Leben vier Dinge braucht, die alle mit “G” anfangen, und zwar:

Geduld, Geld, Geschick und Glück.

Mir scheint, dass sie die wichtigste Eigenschaft vergessen haben, nämlich die Gesundheit! Ohne eine eiserne Gesundheit an Leib und Seele können Sie nicht viel vom Leben erwarten.
Es geht nur langsam voran im Leben, und es ist verständlich, dass viele Menschen die Geduld verlieren. Aber jeder hat seine Sternstunden, und dann muss er natürlich hellwach sein!
Das Geld liegt auf der Straße, sagt man, und so ist es auch. Um an Geld zu kommen, muss man natürlich vertrauenswürdig sein und wissen, sein Anliegen vorzutragen, es muss Hand und Fuß haben und glaubwürdig sein! Wenn man nicht weiß, ob man das Geld auch zurückzahlen kann, darf man niemals Geld pumpen. Sie dürfen nie sagen, Sie könnten geliehenes Geld nicht zurückzahlen. Sie müssen unbedingt zuverlässig sein, wenn Sie im Leben vorankommen wollen.
Geschick ist angeboren, aber es ist auch erlernbar. Es fängt mit Höflichkeit, Entgegenkommen, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit an. Diese Eigenschaften kosten nichts und öffnen viele Türen. Seien Sie lieber zurückhaltend als aggressiv!
Glück kommt nur selten von allein, man muss ihm auf die Beine helfen und das Seine dazu tun. Glück will verdient sein! Mit dem Glück, das einem in den Schoß fällt, ist meistens nicht viel los, und es ist nicht von Dauer.
Über das fünfte G, die Gesundheit, die man zu einem erfolgreichen Leben braucht und die man seinen Eltern verdankt, sind ja schon dicke Bücher geschrieben worden, so dass ich mich hier auf wenige Worte beschränken kann.
Das erste Glück in meinem Leben waren meine vorbildlichen Eltern. Ich habe nie verstanden, weshalb Kinder ihr Elternhaus verlassen. Als ich vierundvierzig Jahre alt war und Spanien des Bürgerkriegs wegen verlassen musste, ging ich mit großer Freude wieder ins Elternhaus zurück. Mein Vater war ein Ostpreuße aus Barthenstein bei Königsberg, meine Mutter eine Bauerntochter aus einem mittelgroßen Gehöft in Großburgwedel bei Hannover - aus “Scharmanns-Hus”. Mit sechs Kindern und dem spärlichen Gehalt meines Vaters war es ein Wunder, dass meine Mutter immer über die Runden kam und alle satt kriegte. Von dem geringen Einkommen musste noch jeden Monat etwas erspart werden. An diese Regel hat sich meine jüngste Schwester 90 Jahre ihres Lebens gehalten. Wer, wie ich, solche Eltern hat, kann von Glück sagen. Der Hamburger Junge, von dem hier die Rede ist, ist inzwischen 105 Jahre alt geworden. Er war sieben Jahre in der Lehre, bis er ein brauchbarer Mensch war. Im ersten Weltkrieg war er dreimal hart am Rande des Todes und im späteren Leben noch dreimal. In seinem Arbeits- und Geschäftsleben musste er 16 mal wieder von vorne anfangen! Kriege und Bürgerkriege, Revolutionen und totale Geldentwertungen zwangen ihn, immer wieder neue und andere Wege zu suchen. Aber alles ging gut aus! Der geneigte Leser kann jetzt einwenden: “Dieser junge Mann hat eben Glück gehabt.” Ja, aber auch viel, viel Arbeit! Ohne Arbeit kein Fortschritt! Deshalb sind in diese Biographie drei Geschichten von Verwandten eingeflochten, die zeigen, wie aus dem Nichts ein erfolgreiches Leben wird. Zuletzt möchte ich dem geneigten Leser noch versichern, dass hier nichts erfunden, beschönigt, verfälscht, verschwiegen oder unterdrückt wurde. Alles wird so dargestellt, wie es sich zugetragen hat. Sie können von diesen Geschichten lernen, wenn Sie keine Angst vor Risiken haben und sich an die Arbeit machen. Wer mit 30 Jahren noch nicht weiß, was er mit dem schönen Leben anfangen soll oder nur einen Posten bei “Vater Staat” ergattern will, um sein Leben als Gehaltsempfänger zu beschließen, der ist zu bedauern. Er schließt sich die Tür in eine bessere Zukunft selbst vor der Nase zu.

 

 

Friedo Kurztisch, Jahrgang 1892, wurde im Jahr der Cholera als Sohn eines Schusters in Hamburg geboren. Er absolvierte eine Kaufmannslehre und war als Soldat im 1. Weltkrieg. Nach dem Krieg ging er im Auftrag einer Hamburger Export-Import-Firma nach Barcelona, wo er nach der Filiale sehen sollte, die dort vor dem Krieg bestanden hatte. Die Geschäfte gingen sehr schlecht. Als er hörte, dass bei den neu aufgekommenen Automobilen die Scheiben leicht zerbrachen, begann er mit Glas zu experimentieren. Er stellte eines der ersten Verbundgläser her und gründete eine Fabrik. Jeweils nach dem spanischen Bürgerkrieg und nach dem 2. Weltkrieg musste er neu beginnen und war erfolgreich. Er exportierte Verbundglasfabriken in alle Kontinente.

Seinen 105. Geburtstag im Jahre 1997 feierte er mit einem zwölfgängigen Menü in großer Gesellschaft im Restaurant »Esquerra« in Les Cases d´Alcanar. Als Privatier lebte Don Federico, wie er dort genannt wurde, auf seiner Finca »La Revertera« in der Nähe des katalonischen Ulldecona südlich des Ebro-Deltas. Sein Credo lautete bis zum Schluss: Nicht aufgeben!
Am 22. Februar 2000 starb er im Alter von einhundertsiebeneinhalb Jahren, nachdem er auch sein letztes erklärtes Ziel, das Jahr 2000 noch zu erleben, erreicht hatte.

 

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